Der Peoples Blog

"We are Family".

Unter dem Titel „...the other half of the sky“ haben wir vor Weihnachten ein paar Gedanken zu dem ewig spannenden Thema Familie & Karriere zu Papier gebracht. Keiner dieser Gedanken war wirklich neu oder überraschend und so hatten wir mit dem, was dann geschah, nicht gerechnet. Minuten nach der Veröffentlichung brach, im allerschönsten Sinne des Wortes, eine Flut an Antworten über uns herein, von nachdenklich bis euphorisch, von dankbar bis „bitte mehr davon“. Antworten auf einen Blog wohlgemerkt, der gar nicht um eine Antwort gebeten hatte. Aber was noch viel wichtiger ist: Die Antworten kamen gleichermaßen von Männern wie Frauen und die Männer sagten im Kern das Gleiche, wie die Frauen und sie sagten es so persönlich wie die Frauen: „Was für ein wichtiges, schwieriges Thema!“.

Wir nehmen das als Hoffnungszeichen, denn in der Tat: Familie & Karriere kann weder gedacht noch vorangetrieben werden ohne die zweite Hälfte des Himmels: Die Männer.

Denn Fakt ist: Es sind immer noch fast ausschließlich Männer, die als Vorgesetzte Karrieretüren öffnen können – oder eben nicht; die weibliche Mitarbeiter fördern, sobald sie ihr Potenzial erkennen – oder eben erst, wenn sie Außergewöhnliches geleistet haben; die dem herausforderndem Spagat zwischen Familienleben und Managementaufgaben mit Verständnis und Flexibilität begegnen – oder eben mit hochgezogener Augenbraue. Die, und jetzt kommen wir zu einem Kern des Problems, nicht nur selbst aufsteigen wollen, sondern sich als Enabler verstehen, als Förderer, die Frauen Mut machen, ihnen Karrieremöglichkeiten aufzeigen und nicht nur den Elternabend übernehmen. Es ist klar: von solchen Männern kann dieses Land und diese Branche jede Menge gebrauchen – aber selbst wenn sie morgen früh in rauen Mengen vom Himmel fallen sollten, wäre das Thema Familie & Karriere doch nur zur Hälfte gelöst. Denn der geringe Anteil weiblicher Führungskräfte liegt nicht nur an den relativ gesehen wenigen Chancen, die Frauen bekommen, sondern auch daran, dass Frauen diese Chancen, die ihnen gegeben werden, allzu oft nicht leben. Warum? Weil Frauen, Problem Nr.1, ihr Licht häufig immer noch und fast automatisch unter den Scheffel stellen. Und weil Frauen, Problem Nr. 2, nicht so flexibel sind, wie es ihr Traumjob hin und wieder nun einmal erfordert, selbst beim gutwilligsten Chef (oder Chefin).

Es ist wahr: Frauen treibt oft die Sorge, ihre Familie könnte auseinanderfliegen. Aber auch ihre Chefs und Kollegen treibt eine Sorge, nämlich dass Projekte oder Teams auseinanderfliegen könnten, weil im Notfall Familiendinge wichtiger sind.

Unlösbar? Natürlich nicht.

Wenn beide Seiten nur endlich die Sorgen der anderen Hälfte verstehen und alles tun, um diesen Spagat so bequem wie möglich zu gestalten. Wenn Eltern nicht automatisch bei jedem beruflichen Notfall die Stellung im Office halten müssen – und Teams im Fall der Fälle wissen: Die nächsten zwei Abende springt die Nanny ein. Wenn Unternehmen mehr Energie in Jobsharing-Modelle, flexible Arbeitszeiten und Karriereförderung für Kinderkümmerer gleich welchen Geschlechts stecken.

Denn eigentlich ist alles ganz einfach: Beiden Hälften des Himmels können ihr volles Potenzial entfalten, wenn sie einander als genau das behandeln: als zwei Teile einer Sache, die eben erst gemeinsam ein großartiges, lebendiges, bewegtes Ganzes ergibt.

Den Himmel eben.

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