Der Peoples Blog

"You are not alone..."

Wie geht das eigentlich, ein guter Chef zu sein?
Was macht einen fähigen Manager aus? Welche Fähigkeiten braucht eine Vorgesetzte, um Menschen zu führen, zu inspirieren, an sich zu binden? Amazon listet 129.936 Bücher zum Thema Management, Google zählt über 13 Millionen Treffer für Management-Philosophien und wer in Deutschland ein besserer Chef werden will, kann zwischen tausenden Workshops und Seminaren hunderter Anbieter wählen. Die Frage scheint also durchaus Relevanz zu haben.

Und dann machen wir Menschen das, was wir immer tun, wenn es ans Eingemachte geht, an die großen Fragen des Mensch-Seins: Wir leuchten das Thema in aller Tiefe und Breite aus, begutachten jede noch so offensichtlich flache Philosophie du jour, durchharken auch den letzten Pseudo-Trend nach einem Bröckchen Wahrheit bis wir bei Dingen landen wie (und davon ist nichts erfunden!): „management by crisis“, „management by lustig“ und – mein persönlicher Favorit – „management by absence“. Seien wir ehrlich: Wir haben in diesem Chaos der widerstreitenden Methoden, Sichtweisen und Philosophien längst aus den Augen verloren, was der Kern von guter Führung ist. Bis plötzlich Michael Jackson im Autoradio sein „You are not alone“ von 1995 ins Micro bebt – und wir ahnen: Ist damit nicht schon alles gesagt?

Denn wie sieht gute  Führung  aus – gerade in  Zeiten, in denen es für Unternehmen überlebenswichtig wird, die besten Köpfe anzuziehen und zu binden? Welches sind die Momente, in denen Führung mehr ist, als Regeln setzen und durchsetzen, Entscheidungen treffen und Stärke beweisen? In denen sie nicht mehr nur Machtinstrument ist sondern auch innere Zugewandtheit den Mitarbeitern gegenüber? Es sind Situationen, wie diese: Wenn ein Kunde verloren wurde – und man kann mit dem Boss in Ruhe über die Fehler reden und darüber, was verbessert werden kann. Wenn das Team unzufrieden ist und man nicht weiß, was schief läuft –und der Chef gibt Zeit, kritische Aufmerksamkeit und Geld für einen Teamabend. Wenn die Familie eines Managers krank Zuhause liegt und sein Manager fragt: „Wie kann ich Dir helfen? Um die Termine mach Dir auf jeden Fall keine Sorgen".

Wenn es stimmt, was die Frankfurter Professorin für Arbeitssoziologie, Heather Hofmeister sagt: „Menschen verlassen keine Unternehmen. Menschen verlassen Manager“, dann ist auch klar, wann und warum Menschen Unternehmen (und Managern) treu sind: Wenn ihre Bedürfnisse erkannt werden, auch wenn sie nicht ausgesprochen wurden. Wenn ihr Unwohlsein oder ihre Ängste erspürt werden, auch wenn sie versuchen, sie zu überspielen um nicht vom Karrierepfad zu fliegen. Wenn ihr verdecktes Talent entdeckt wird, von dem sie vielleicht nicht einmal selbst etwas wussten. All das sind Momente, die jenseits von Hierarchien und Abhängigkeiten klar machen: You are not alone. Es sind kostbare Momente. Und es sind echte Führungs-Momente.

Und seien wir ehrlich: Nicht nur zu Weihnachten kann jeder von uns jederzeit jede Menge „You are not alone“ gebrauchen. Vielleicht keine schlechte Idee, wenn wir uns einfach vornehmen, mehr von dieser Gewissheit im neuen Jahr freizügig auszuteilen – und anzunehmen. Egal, was gerade im Autoradio läuft.
Wir freuen uns darauf, Sie auch 2018 nicht alleine zu lassen sondern Ihnen wie gewohnt mit Know-How und Freundschaft zur Seite zu stehen und wünschenallen ein erfolgreiches neues Jahr.  

Dagmar Hübner und das Team von The People Business

 

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